Nach WM 2022 Katar-Streit: DFB-Verhältnis zu Infantino “entspannt”

DFB und FIFA: Annäherung nach der Binden-Krise von Katar

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Nach Jahren voller interner Turbulenzen und öffentlicher Konflikte zeigt sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wieder stabiler – und das bleibt auch international nicht unbemerkt. Das Verhältnis zur FIFA, das zuletzt durch die „One Love“-Debatte bei der WM in Katar erheblich belastet war, hat sich laut DFB-Präsident Bernd Neuendorf spürbar verbessert.

Deutschlands DFB Kapitän Manuel Neuer gegen dem Oman mit der One Love Binde (Photo by Haitham AL-SHUKAIRI / AFP)
Deutschlands DFB Kapitän Manuel Neuer gegen dem Oman mit der One Love Binde (Photo by Haitham AL-SHUKAIRI / AFP)

Stabilität beim DFB stärkt internationale Reputation

Seit dem Rücktritt von Wolfgang Niersbach, Reinhard Grindel und Fritz Keller galt der DFB als angeschlagen. Mit Bernd Neuendorf an der Spitze ist der Verband jedoch aus der Dauerkrise herausgetreten. Obwohl auch er nicht frei von Kritik war – besonders rund um die umstrittene WM-Vergabe 2034 an Saudi-Arabien – wird der Kurs des 63-Jährigen international als Zeichen der Stabilisierung gewertet. Laut Neuendorf wird der neue Kurs sowohl bei der FIFA als auch bei der UEFA wahrgenommen – und das wirke sich positiv auf die Reputation des DFB aus.

Kontakt zu Infantino und FIFA-Spitze intensiviert

Mit FIFA-Präsident Gianni Infantino und Generalsekretär Mattias Grafström pflegt Neuendorf inzwischen einen regelmäßigen Austausch. Das sei laut DFB-Chef essenziell, um bei wichtigen Fragen im Dialog zu bleiben. Noch 2022 in Katar hatte sich der Verband durch die hitzige Diskussion um die verbotene „One Love“-Binde in der internationalen Öffentlichkeit blamiert. Inzwischen ist von Eiszeit keine Rede mehr – Neuendorf und Infantino begegnen sich regelmäßig bei Fußball-Terminen rund um den Globus.

FIFA-Klub-WM: DFB zeigt Verständnis für neue Strategie

Auch bei strategischen Entscheidungen zeigt sich der DFB kompromissbereit. Die Ausweitung der Klub-Weltmeisterschaft, die 2025 erstmals mit 32 Teams in den USA stattfindet, sieht Neuendorf als nachvollziehbar an. Ziel sei es laut FIFA, weitere globale Wettbewerbe mit Strahlkraft zu etablieren – und langfristig auch die Einnahmen der Mitgliedsverbände zu steigern. Neuendorf hofft, dass diese Gelder der weltweiten Fußballentwicklung zugutekommen.

UEFA-Kongress im Fokus – DFB will Stimme einbringen

Vor dem UEFA-Kongress in Belgrad unterstreicht Neuendorf, wie wichtig eine starke und konstruktive Rolle des DFB auf europäischer Ebene sei. Der Verband sieht sich nach Jahren des internen Chaos wieder als verlässlicher Partner – sowohl für die UEFA als auch für die FIFA. Die aktuelle Entwicklung zeigt: Der DFB ist zurück auf dem internationalen Parkett – mit einem klaren Kurs, aber auch der Bereitschaft zum Dialog.