Thomas Müller verlässt den FC Bayern: Ein Abschied nach 17 Jahren Profi-Zugehörigkeit

Der FC Bayern München und Thomas Müller gehen ab Sommer getrennte Wege. Das Vereinsidol verkündete am Samstagmorgen das Ende seiner langjährigen Karriere beim Rekordmeister. Die Entscheidung sorgt für Diskussionen – vor allem, weil sie offenbar nicht ganz reibungslos verlief.

Thomas Müller im neuen DFB Heimtrikot 2022 am 23. September 2022 gegen Ungarn in der UEFA Nations League(Photo by Ronny Hartmann / AFP)
Thomas Müller im neuen DFB Heimtrikot 2022 am 23. September 2022 gegen Ungarn in der UEFA Nations League(Photo by Ronny Hartmann / AFP)

Kein neuer Vertrag für den Ur-Bayern

Inhaltsverzeichnis - das findest du hier

Thomas Müller veröffentlichte auf Instagram einen offenen Brief an die Fans und erklärte darin, dass der Verein sich bewusst gegen Vertragsgespräche für die kommende Saison entschieden habe. Für den 35-Jährigen ein Schritt, der nicht seinen Vorstellungen entsprach, den er jedoch respektiert. Besonders kritisierte Müller das mediale „Hin und Her“ der letzten Wochen – eine Spitze gegen die Vereinsführung, ohne direkt Namen zu nennen.

Müller machte aber auch klar, dass er trotz der Differenzen viel Wertschätzung von allen Seiten gespürt habe. Der Verein äußerte sich wenig später offiziell und sprach in einer Mitteilung voller Lob über den scheidenden Offensivspieler. Präsident Herbert Hainer bezeichnete Müller als “Inbegriff einer bayerischen Bilderbuchkarriere”, Vorstandschef Jan-Christian Dreesen lobte ihn als eine der “größten Spielerpersönlichkeiten” in der Geschichte des Klubs.

Vereinsführung spricht von „gemeinsamer Lösung“

Während Müller von einer einseitigen Entscheidung sprach, legte Dreesen in der Vereinsmitteilung eine andere Lesart nahe: Es habe sich um eine “einvernehmliche Einigung” gehandelt. Sportvorstand Max Eberl erklärte, der Schritt sei notwendig gewesen, weil der Fokus in der Kaderplanung auf der Zukunft liege. Leicht gefallen sei die Entscheidung aber niemandem im Klub.

Fest steht: Müller wird noch bis zur Klub-WM im Sommer (15. Juni bis 13. Juli) für den FC Bayern auflaufen – danach endet eine Ära. Ob und wo er seine aktive Karriere fortsetzt, ließ Müller offen.

Ein Spieler mit Vereinslegenden-Status

Thomas Müller steht sinnbildlich für die Kontinuität und Identität des FC Bayern. Der Oberbayer kam im Jahr 2000 vom TSV Pähl in die Jugend des Rekordmeisters und debütierte 2008 unter Jürgen Klinsmann in der ersten Mannschaft. Seitdem gewann er unter anderem zweimal die Champions League, zwölf Meistertitel und sechsmal den DFB-Pokal.

Mit 743 Pflichtspielen (247 Tore) ist er der Rekordspieler des Vereins – mehr Einsätze hat kein anderer Profi im Trikot der Bayern absolviert. Damit überholte er Vereinsikonen wie Sepp Maier, Oliver Kahn oder Franz Beckenbauer.

Ausblick: Wie geht es mit Müller weiter?

Die sportliche Zukunft des Weltmeisters von 2014 ist noch offen. Ob er seine Karriere im Ausland, in der Bundesliga oder vielleicht in einer völlig neuen Rolle fortsetzt, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Thomas Müller hinterlässt beim FC Bayern eine Lücke – sportlich, vor allem aber menschlich.